Der Sandberg.

In diesem Beitrag wollen wir auf eine Besonderheit der Golfplatznatur aufmerksam machen, die von großer regionaler Besonderheit ist und sicherlich mit ein Grund war, dieses Gelände für den Land und Golfclub Hubbelrath auszuwählen. So steht in der Historie des Clubs zu Lesen: „Unter Führung von Professor Johannes Zahn gründete 1961 ein kleiner Kreis von golfbegeisterten Düsseldorfer Persönlichkeiten den Land und Golfclub Düsseldorf e.V…Das Clubhaus platzierten sie auf dem Sandberg, mit knapp 170 m dem höchsten Geländepunkt der Stadt Düsseldorf, mit einem Blick der Superlative auf die gesamte Golfanlage mit nunmehr ca. 90 ha und zwei Plätzen – mit den Stadtbildern von Düsseldorf, Ratingen und Duisburg im Hintergrund.“.

Das Naturdenkmal „Sandberg“ 

Auch heute sticht der Sandberg weit sichtbar als bewaldete Hügelkuppe aus der ihn umgebenden Landschaft der Niederbergischen Höhenterrassen hervor. Seine naturräumliche Einmaligkeit hat dazu geführt, dass der Sandberg eines der wenigen Flächennaturdenkmäler in Düsseldorf darstellt. Unter Naturdenkmal versteht man ein unter Naturschutz stehendes Landschaftselement. In der Regel handelt es sich um ein Einzelobjekt, zum Beispiel einen alten Baum, seltener um ein Gebiet von geringer Flächengröße. Letzteres ist ein Flächennaturdenkmal und als solches klar von seiner Umgebung abgegrenzt. 

Der Begriff des Naturdenkmal geht auf Alexander von Humboldt zurück, der ihn in der Beschreibung seiner Amerikareise „Relation historique“ benutzt: „monuments de la nature“ und als erster auch die deutsche Übersetzung: „Naturdenkmal“ verwendet. Die Übertragung des Begriffes „Denkmal“ auf die Natur setzte sich jedoch erst Ende des 19. Jahrhunderts durch. Insbesondere alte Bäume wurden geschützt, indem man ein Kruzifix aufhängte und den Baum so zumeist vor der Fällung bewarte. 

Die Unterschutzstellung von Naturdenkmälern hat in der Regel nichts mit der Sicherung der physischen Lebensgrundlagen zu tun, auch wenn sie in Einzelfällen sicherlich dazu beiträgt. Vielmehr bringt sie, wie ein Denkmal, die Erinnerung an ein verloren empfundenes Naturganzes zum Ausdruck.

Sandberg
Luftbild des Sandberges mit Clubhaus und Driving Range

Heute begründet sich der gesetzliche Schutz durch die Seltenheit, Eigenart oder Schönheit des Naturdenkmals sowie seinen Wert für Wissenschaft, Heimatkunde und Naturverständnis und umfasst nach dem Bundesnaturschutzgesetz ein absolutes Veränderungsverbot. Was sind nun die besonderen Eigenarten und Schönheiten des Sandbergs, als der höchsten natürlichen Erhebung der Stadt Düsseldorf. 

Aus dem, in der letzten Eiszeit vegetationsfreien Rheintal wurde Staub (Löß) auf die im Wesentlichen ebenen Höhenterrassen geweht, aus dem sich fruchtbare Böden entwickeln konnten. Der Sandberg stellte jedoch bereits zuvor eine natürliche Erhöhung der älteren aus dem Tertiär stammenden Landschaft dar. Im Tertiär herrschte in unserem Raum über lange Zeitabschnitte ein Wüstenklima vor, in dem sich mächtige Wüstensande entwickelten. Vermutlich handelt es sich beim Sandberg also um eine uralte Wüstenerhebung, die weder von Kiesen des Rheins noch von Löß überdeckt wurde. Der sehr alte Sand des Sandberges eignet sich nicht zum Ackerbau, daher ist hier der natürlicherweise vorherrschende Buchenwald noch als imposantes Relikt mit mächtigen Bäumen vorhanden. Es handelt sich beim Sandberg also sowohl um eine geologische bzw. geomorphologische Besonderheit als auch um ein bedeutendes Waldrelikt. In dessen Schatten befinden sich nicht nur der Parkplatz und die Driving Range des Golf Club Hubbelraths, sondern zusätzlich ein Trinkwasserspeicher der Stadtwerke. 

Auf die Besonderheiten der Buchenwälder, als den in unseren Breiten natürlicherweise vorherrschenden Waldgesellschaften, wollen wir im nächsten Beitrag näher eingehen.

Dr. Gerd W. Thörner
und Dipl.-Geogr. Tobias Krause

Abbildung: Luftbild des Sandberges
mit Clubhaus und Driving Range

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