Sommer 2018.

Abb. 1: Großer Kohlweißling (Pieris brassicae)

Statik und Konstanz sind Fremdworte für die Natur und das Leben.

Die einzige Konstante des Lebens ist der Wandel. So ist jede Generation von Pflanzen und Tieren immer ein wenig anders, jeder Tag ist anders und jedes Jahr erst recht.

In diesem Jahr haben wir den wärmsten April, gefolgt vom wärmsten Mai in unserer Region erlebt. Dies hatte und hat erhebliche Auswirkungen auf die Natur. Pflanzen entwickeln sich schneller als „normal“, blühten früher, fruchteten früher. Entsprechend entwickelten sich auch die Insekten früher.

Mitte Juni ist bereits das Zirpen der Großen Heupferde zu hören, einer Art, die sonst erst im Hochsommer als Imago auftritt. Viele Schmetterlingsarten wie das Große Ochsenauge flogen Wochen früher als gewöhnlich. Die einzelnen Individuen überlebten durch die günstigen Witterungsverhältnisse viel länger, sodass im Juni eine unglaubliche Menge an Tagfaltern unterwegs war. Nicht nur auf dem Golfplatz, auch in der Stadt, in den Parks und Gärten flogen Weißlinge, Bläulinge, Tagpfauenaugen, C-Falter und viele mehr.

 

Abb. 2: Großer Schillerfalter (Apatura iris)

Im dritten Jahr in Folge konnte im Raum Hubbelrath der Große Schillerfalter beobachtet werden, eine Art, die zuvor in unserer Region verschollen war. Dem Insektensterben zum Trotz kommen also tatsächlich auch Arten zu uns zurück, leider sind aber immer noch viele Tagfalterarten ausgestorben, die um 1900 in Düsseldorf vorkamen.

Anders als bei den Insekten erging es den Zugvögeln. Das gute Wetter bei uns war verbunden mit einer anhaltenden Schlechtwetterphase in Südwesteuropa. Viele Zugvögel konnten an dieser Front lange nicht vorbeifliegen, sodass zum Beispiel der größte Teil der Mauersegler-Population erst nach dem 23. Mai und damit ca. drei Wochen zu spät zu uns zurückkehrte.

Die Teilzieher und Standvögel dagegen hatten im April beste Bedingungen und haben ihre Erstbruten bereits aufgezogen und brüten nun erneut. Im Gegensatz zu den Vorjahren sind Wald, Parks, Gärten und unsere Golfplätze voll mit jungen Meisen, Kleibern, Heckenbraunellen und vielen mehr. Die nächste Zählung der Wintervögel wird dies sicherlich zeigen.

Der Wandel des Klimas führt also unmittelbar zum Wandel der Natur. Dies ist das „Normale“ des Lebens und dessen einzige Konstante.

Tobias Krause
Dr. Gerd W. Thörner

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