Wälder im Golf Club Hubbelrath in Zeiten des Klimawandels.

DGV Zertifikat Gold Golf & Natur Allianz

Seit Menschen Parkanlagen und Gärten anlegen, pflanzen sie auch Bäume. Vermutlich ebenso lange versuchen wir dabei möglichst außergewöhnliche Baumarten oder Sorten zu präsentieren. Mit der Globalisierung bestand und besteht die Möglichkeit, Baumarten aus aller Herren Länder nach Europa zu holen. In der Zeit der Gründung unseres Clubs (1961) konnte es immer exotischer werden, denn das Wirtschaftswunder machte auch Pflanzenimporte in größerem Stil möglich. Vor allem immergrüne Koniferen waren gefragt.

Gruppen von Douglasien, Japanlärchen und Reihen Serbischer Fichten wechselten sich entlang der Fairways ab, auch Schwarzkiefern, Waldkiefern und Fichten wurden gepflanzt. Diese immergrünen Koniferen bildeten die Kulisse der Grüns und standen an den Rändern unserer Fairways. Es gab keine Sträucher.

Nadelbaumkulisse Westplatz mit neugepflanzten Laubbäumen, 1990, Foto: Dr. Thörner

In einem über Jahre dauernden systematischen Umwandlungsprozess – insbesondere in Zusammenarbeit mit der Unteren Naturschutzbehörde Düsseldorf – wurden die Bestände in heimische, standortgerechte Laubbäume und Sträucher umgewandelt. Der Landschaftsplan der Landeshauptstadt Düsseldorf sieht dies für den Außenbereich der Stadt vor. Wäre dies nicht geschehen, stünden wir jetzt vor einer absterbenden, von Borkenkäfern befallenen, trostlosen Nadelbaumkulisse ringsum Grüns und entlang der Fairways. Stattdessen konnten wir auch in diesem Oktober und November wieder einen Indian Summer genießen.

Indian Summer GC Hubbelrath
Indian Summer GC Hubbelrath, 2020, Foto: B.Voss

In den letzten Jahren sehen wir ein gänzlich verwandeltes Bild. Nur wenige der verbliebenen immergrünen Koniferen haben Stürme und Trockenheit überlebt. Und aktuell werden alle Bäume, auch die heimischen Laubbäume, auf ihre Trockenheitstauglichkeit geprüft.

Der durchschnittliche Jahresniederschlag von Düsseldorf berechnet aus den Jahren 1981-2010 beträgt 794 mm. In Hubbelrath dürfte er noch darüber liegen, da die Niederschläge mit der Hochlage zunehmen. Dieser Wert wurde allerdings seit 2009, also seit über 10 Jahren nicht mehr erreicht, geschweige denn überschritten und auch 2020 wird sich dies nicht ändern. 2018 war es mit 564 mm sogar extrem trocken. Nun werden die älteren Düsseldorfer sagen, dass es das auch früher schon gegeben hat, zum Beispiel im Jahr 1976, in dem die Gartenbewässerung durch die Stadt verboten werden musste. Nunmehr ist der mangelnde Niederschlag aber kombiniert mit anderen, den Wasserhaushalt und somit das Baumwachstum beeinflussenden Faktoren. So ist die Durchschnittstemperatur seit den 1960er Jahren bereits um fast 2 Grad gestiegen. Aber nicht nur die Durchschnittstemperatur steigt, auch die Höchsttemperatur, die Zahl der Sommertage und die Zahl der Sonnenstunden steigen linear an. Demgegenüber sinken die Zahl der Frost- und Eistage und eben der Jahresniederschlag. Für unsere Bäume verändern sich die Bedingungen also fortlaufend hin zu einem Klima, das wir vorher südlich der Alpen fanden. Baumarten, die bei uns sehr verbreitet sind wie der Bergahorn, kommen mit den aktuellen Bedingungen nicht mehr zurecht. Sie verlieren ihre Widerstandkraft, werden anfällig für Pilze – hier die Rußrindenkrankheit – und sterben schließlich ab. Andere Arten, wie der Feldahorn, deren natürliches Verbreitungsgebiet bereits bis Zentralspanien reicht, haben dagegen keinerlei Probleme.

In der Stadt sprechen wir bereits über „Zukunftsbaumarten“. Dazu gehören wiederum Exoten, wie der Amber oder die Gleditschie. Für die freie Landschaft, also auch für unseren Platz, kommen diese Arten nicht in Betracht. Hier diskutieren Experten auf Landesebene aktuell, welche Arten aus dem Bereich des südlichen oder östlichen Europas evtl. bei uns gepflanzt werden könnten. Zerreiche, Elsbeere oder Marone heißen diese Kandidaten. Insgesamt muss mehr auf eine Artenvielfalt gesetzt werden, damit Arten sich etablieren können, die mit den sich voraussichtlich weiter verändernden Bedingungen mithalten können. Stieleiche, Traubeneiche, Rotbuche und Hainbuche gehören da immer noch mit ins Portfolio. Auch ihre Verbreitungsgebiete reichen ins südliche Europa. Bei Nachpflanzungen sind aber stets auch weitere bereits genannte Arten, zudem Vogelkirsche, Winterlinde, Ulme und an sandigen Standorten sogar die Kiefer beizumischen. Nur so werden sich wieder stabile zukunftsfähige Waldgesellschaften entwickeln können.

Dipl.-Geogr. Tobias Krause
Dr. Gerd W. Thörner

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