Klimawandel „life“ – Wandel bei den Schmetterlingen.

Die extreme sommerliche Hitze und Trockenheit der Jahre 2018 und 2019 hat deutlich erkennbare Auswirkungen auf unsere Umwelt und die Natur. Aktuell scheint es so zu sein, dass sich dieser klimatische Trend in gleicher Weise fortsetzt. Seit 2008 werden die Auswirkungen des Klimawandels auf unserem Clubgelände insbesondere auf die Schmetterlinge jährlich durch das Umweltamt Düsseldorf untersucht.

Die Schmetterlingspopulationen weisen sowohl positive als auch negative Trends auf. Unter den Tagfaltern waren vor allem die grasfressenden Wiesenarten wie das Großes Ochsenauge und der Brauner Waldvogel von einem Individuenschwund betroffen. Auch manche im Spätsommer an Laubbäumen lebenden Nachtfalterraupen waren in beiden Jahren deutlich seltener als sonst.

Da jedoch zeitgleich kein deutlicher Falterrückgang dieser Arten feststellbar war, liegt der Schluss nahe, dass sich manche baumbewohnenden Raupen bei Trockenheit und Hitze in das kühlere Waldesinnere zurückziehen können, wo sie schlechter nachweisbar sind. Während unter den grasfressenden Wiesenarten nur wenige, wie die Bleiche Graseule, von der sommerlichen Dürre profitiert haben, gibt es unter den baumbewohnenden Arten eine Reihe Klimawandel-Profiteure.

Auffällig vor allem das an der Eiche lebende Große Eichenkarmin, welches 2019 auf unserem Platz als Raupe nachgewiesen wurde. Deutliche qualitative Veränderungen der Schmetterlingsfauna gibt es bisher kaum, doch gibt es insgesamt in NRW mittlerweile sehr viele neu zugewanderte sowie früher lokal begrenzte Arten, die sich im Zuge der Klimaerwärmung rapide ausbreiten und allgemein häufiger werden. Demgegenüber scheint es bisher nur wenige Arten zu geben, deren Areal sich deutlich verkleinert hat.

In Hubbelrath konnten im Jahr 2019 drei Arten neu nachgewiesen werden, von denen der Eichen-Zackenrandspanner für den Naturraum Bergisches Land als stark gefährdet gilt.

Der Schwalbenschwanz kommt im Raum Düsseldorf ziemlich flächendeckend vor und es ist insofern nicht verwunderlich, dass sich irgendwann einmal ein Exemplar auf den Golfplatz verirrt hat. Das ebenfalls erstmals nachgewiesene Rundflügel-Flechtenbärchen ist insofern überraschend als man die Art eigentlich schon früher erwartet hätte, da sie im Umfeld verbreitet ist.

Schwalbenschwanz (Papilio machaon)
Eichenzackenrandspanner (Ennomos quercinaria)

Insgesamt weist unser Platz eine hohe Artenvielfalt von Schmetterlingen (Tag- und Nachtfaltern) auf. Insgesamt wurden bisher 330 Arten nachgewiesen. Damit kann der Golfplatz, der ja ein Sportplatz, also ein vom Menschen gemachter Lebensraum ist, fast mit den Naturschutzgebieten in Düsseldorf mithalten, im Eller Forst wurden beispielsweise bisher 350 Arten kartiert. Insofern leistet unser Platz einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der Biodiversität in Düsseldorf, auch oder evtl. gerade in Zeiten des Klimawandels.

Für die Schmetterlinge wurden vom Gutachter Pflegeempfehlungen für unseren Platz entwickelt. U.a. sollen die Trockenmauern und Steintreppen nicht alle gleichzeitig und dann auch nur in Abschnitten gemäht werden. So bleiben immer blühende Bereiche für sie als Nektar- und Entwicklungshabitat erhalten. Wichtig ist es vor allem, weniger die Fläche selbst zu mähen als vielmehr die Ränder dieser Fläche, da dort Brennnesseln dominieren und Gehölze eindringen.

Ein weiteres wichtiges Entwicklungshabitat speziell für viele feuchteliebende Arten sind die Ufer des kleinen Baches bei Bahn 16 Westplatz sowie die daran anschließenden Säume am Rand der Kopfweidenreihe. In diesen und vergleichbaren Saumbereichen sollte künftig auf eine Mahd komplett verzichtet werden. Hier sollte uns der Erhalt der Biodiversität wichtiger sein, als die schnellere Suche nach dem Ball. In Zeiten von Trocken- und Hitzephasen hilft dies zusätzlich, die Böden vor zu starker Austrocknung zu schützen und weitere Verdunstungskühle zu erhalten.

Die wieder freigestellte Wiese am Hang unterhalb vom Abschlag der Bahn 2 Westplatz soll langfristig regelmäßiger einmal im Jahr gemäht werden, aber am besten pro Jahr immer nur die Hälfte der Fläche, und zwar immer im Wechsel, wodurch nebenbei natürlich auch eine erneute Verbuschung vermieden wird. So können wir mit kleinen, einfachen lokalen Maßnahmen helfen, den Artenreichtum unseres Platzes zu erhalten und noch weiter zu steigern.

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