Der Steinkauz.

Neben der Schleiereule gibt es auf unserem Platz eine weitere kleine Eulenart, den Steinkauz (Athene noctua). Dieser ist die Charakterart der Streuobstwiesen schlechthin. Die Rote Liste der Brutvögel Deutschlands weist den Steinkauz als stark gefährdete Art aus. Der Gesamtbestand in Deutschland wird für das Jahr 2004 auf etwa 6.000 Brutpaare geschätzt, von denen über 75 % in Nordrhein-Westfalen siedeln. Große Populationen leben in den kopfbaumreichen Niederungsgebieten Westfalens, am unteren Niederrhein sowie in der westlichen Jülicher Börde, wo es zahlreiche beweidete Obstwiesen gibt. Die Bestände sind jedoch deutlich rückläufig.

In Düsseldorf ist er noch entlang des Rheins verbreitet. Bestände von mehreren Paaren gibt es nur im Bereich der Urdenbacher Kämpe, im Himmelgeister Rheinbogen sowie im Bereich Lausward. Einzelne Paare brüten auch in Lörick, Stockum und Lohausen. Im Bereich der Bachtäler im Osten der Stadt, kommt er dagegen nur sporadisch vor, wurde jedoch vor kurzem im Rotthäuser Bachtal und im Hubbelrather Bachtal nachgewiesen. Während der Fund bei Gut Rotthaus noch nicht näher einzuordnen ist, konnte im Bereich von Gut Kleinberghaus (unweit Bahn 12 des Golf Club Kosaido) über mehrere Jahre ein Brutpaar mit Jungvögeln nachgewiesen werden. Steinkäuze sind sehr ortstreu.

Daher ist der Steinkauz eine der Zielarten für das Streuobstwiesenkonzept unseres Clubs. Zudem handelt es sich um eine besonders für die Umsetzung von Pflegemaßnahmen geeignete Art.

Angestrebt wird die Etablierung eines Populationsschwerpunkts durch den die verstreuten Bestände in Rheinnähe und im Niederbergischen „vernetzt“ würden.

Auswilderung des Steinkauzes der Wildtierpflegestation Düsseldorf auf dem Gelände des Golf Club Hubbelrath im September 2009
Der Golf Club Hubbelrath dankt der Wildtierpflegestation der Stadt Düsseldorf - Frau Söhnigen - für den im September 2009 auf dem Gelände des Golf Club Hubbelrath ausgewilderten Steinkauz
Das Bild zeigt die drei im Golf Club Hubbelrath im Einsatz befindlichen Nistkastenmodelle des Steinkauzes

Aufgrund langjähriger Erfahrungen bei der Kontrolle von Steinkauzhöhlen lassen sich die Eigenschaften „guter“ Bruthöhlen wie folgt zusammenfassen:

  • Höhe des Einfluglochs min. 2,5 m über dem Boden mit freier An- und Abflugmöglichkeit
  • ausreichende Brutraumgröße und Höhlentiefe (> 60 cm)
  • „grabfähiges“ Material (Holzmulm) vorhanden, u.a. zur Anlage der Nestmulde
  • Dunkelheit und Trockenheit (kein Wassereinfall bei Regen etc.)
  • schlechte Erreichbarkeit für Marder (enge, verwinkelte Höhleneingänge usw.)
  • gute Ausstiegsmöglichkeiten für Jungvögel im Ästlingsstadium
  • Fehlen konkurrierender Baumbewohner (Ameisen, Wespen etc.)
  • Vorhandensein geeigneter Ausweichhöhlen in unmittelbarer Nähe

Für die im Februar anstehende Silberzertifizierung im Rahmen unseres Umweltmanagementprogramms „Golf und Natur“ haben wir uns den Steinkauzschutz mit seiner Rückkehr einschließlich Schutzmaßnahmen und Nisthilfen zum Ziel gesetzt. Dabei kommen drei unterschiedliche Nisthilfentypen zum Einsatz, die in nebenstehender Abbildung dargestellt sind. Darüber hinaus sind kurzgrasige Wiesen und Weiden für den Steinkauz als Nahrungshabitat unersetzlich, denn er ernährt sich zum Großteil von Regenwürmern und Mäusen. Diese Nahrungsquelle ist auf unserem Platz in Hülle und Fülle vorhanden, sodass das Hauptaugenmerk auf der Bereitstellung von Nisthilfen liegt. 

Es wurden im September 2009 14 Nisthilfen auf dem Ostplatz und 7 auf dem Westplatz angebracht. Ein auf dem Gelände des Golf Club Hubbelrath ausgewilderter Steinkauz bewohnt den Nistkasten-Nr. 256 auf dem Ostplatz. Wir danken der Wildtierpflegestation der Stadt Düsseldorf – Frau Söhnigen – für diesen neuen Steinkauz. 

Da sich bereits Steinkäuze auf dem Gelände unseres Clubs aufhalten, ist zu erwarten, dass diese das Nisthilfenangebot kurzfristig annehmen und eine Wieder-Etablierung dieser Rote-Liste-Art, dem Leitvogel der Streuobstwiesen, auf dem Gelände des Golf Club Hubbelrath gelingen wird.

Dr. Gerd W. Thörner,
Prof. Dr. Stefan Rohrbacher
und Dipl.-Geogr. Tobias Krause

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