Pilze auf dem Gelände des Golf Clubs Hubbelrath.

Wissen Sie eigentlich, was ein Sparriger Schüppling ist oder eine Zinnober-Tramete, am Ende sogar eine Hundsrute?

Nein, wir auch nicht, bis – ja bis wir auf Frau Dr. Regina Thebud-Lassak trafen. Sie entführte uns in die zauberhafte Welt der Großpilze auf unserem Clubgelände. Vielen Clubmitgliedern ist die Vielfalt an Pilzen auf unserem Gelände vermutlich bereits aufgefallen. Schon länger hegten wir den Wunsch, diese Vielfalt einmal von einem Spezialisten untersuchen zu lassen. Die Gelegenheit ergab sich, als Frau Dr. Thebud-Lassak für Ihre Exkursionen ein neues Gelände suchte. Sie führte eine Vorexkursion 19 Oktober 2012 durch und daraufhin wurde ein Exkursionstermin für den 18 Oktober 2013 verabredet.

Birkenroehrling

Bei der Exkursion stellte sie über 30 Teilnehmer die Pilze auf unserem Gelände vor. Der Ausspruch; „in die Pilze gehen“ bekam dabei eine gänzlich neue Bedeutung. Hier geht es in erster Linie nicht um Speispilze, sondern um die Bestimmung aller Großpilzarten. Besonders war auf den Schiefer-Rauhstielröhrling (Leccinum schistophilum) zu achten, eine sehr seltene Art, die bei der Vorexkursion im Jahr 2012 gefunden worden war. Also begeben wir uns auf einen etwas anderen Rundgang über unseren Platz. Bereits am Ende der Spielbahn 1 des Ostplatzes wartet eine kleine Sensation, der Glänzende Lackporling (Ganoderma lucidum) auf uns, eine seltene Baumpilzart, die in der Roten Liste geführt wird (RL 3 NRW 2011). Dieser Pilz war an derselben Stelle bereits im Vorjahr vorhanden, nunmehr war etwas Zuwachs am Rand zu erkennen. Wir gehen weiter über die große Obstwiese bei Gut Blumenrath. Dort an einem Haufen Todholz wächst die wunderschöne Zinnober-Tramete (Trametes cinnabarina), ein gänzlich feuerroter Baumpilz, neben einer Reihe weiterer unscheinbarerer Baumpilzarten.

Tintenfischpilz

Der Weg zurück zur Spielbahn 2 führt uns vorbei an mehreren Tintenfischpilzen (Anthurus archeri). Diese Art stammt ursprünglich aus Australien und sieht mit den roten Armen auch sehr exotisch aus. Weiter finden wir dort die Hundsrute (Mutinus caninus) am Rand der Streuobstwiese, ein wahrhaft skurriler Pilz, dessen Name durchaus Programm ist.

Kiefern-Braunporling

Zurück an der Bahn 2 wartet eine weitere mykologische Überraschung, ein Kiefern-Braunporling (Phaeolus schweinitzii). Diese Art wächst eigentlich an Kiefern, hier jedoch unter einer Douglasie. Dort finden wir auch einen Pilz, der Laien an einen Champignon erinnert und Frau Dr. Thebud-Lassak bestätigt, es ist auch einer, aber welcher. Sie zückt ein kleines Messer, nicht etwa, um den Pilz abzuschneiden, nein, Sie kratzt lediglich etwas von der Seite des Pilzes ab. An der Stelle verfärbt sich der Pilz blutrot. Nun ist klar, es ist ein Wald-Egerling (Agaricus silvaticus), ein essbarer Waldchampignon also.

Wichtig ist immer die Frage, ist der Pilz essbar? Dabei stellte sich heraus, nicht viele Pilze sind wirklich giftig, viele sind jedoch aufgrund von scharfem, unangenehmen Geschmack schlicht ungenießbar. Insgesamt fanden wir wie im Vorjahr wieder rund 50 verschiedene Arten. Der Schiefer-Rauhstielröhrling war leider nicht dabei, obwohl fast alle Birken überprüft wurden, unter denen dieser Pilz eigentlich zu finden ist. Somit müssen wir weitersuchen und freuen uns schon auf weitere erfolgreiche Exkursion im Jahr 2014.

Dr. Gerd W. Thörner
Dipl.-Geogr. Tobias Krause

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